BIN-Mitgliederversammlung 2026
6.000 Stimmen, null Antworten: BIN bleibt der Stadt auf den Fersen und fordert Transparenz
Trotz strahlend sonnigem Frühlingswetter fanden sich 25 Mitglieder der Bürgerinitiative Industriegebiet Nordlippestraße e.V. (BIN) zur diesjährigen Mitgliederversammlung ein. Die Atmosphäre war energiegeladen, die Stimmung engagiert mit einem nach vorn gerichtetem Blick.
Aktives Jahr, aktiver Verein
Vorsitzender Karsten Wette konnte auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurückblicken. Neben der Horne-Exkursion mit dem Botaniker Dr. Götz Loos im Juni 2025 und einem Informationsstand beim Bauern- und Handwerkermarkt (künftig Herbstmarkt) im September war die Baumpflanzaktion an der Marga-Spiegel-Schule im November ein sichtbares Zeichen bürgerschaftlichen Engagements für eine grünere Stadt. Eine Esskastanie, gestiftet von der BIN, wächst dort seither als kleines Symbol für das, wofür der Verein steht.
Daneben hielt der Vorstand die Mitglieder mit regelmäßigen Infomails auf dem Laufenden und wandte sich mit Schreiben und einer Ratsanfrage zu Transparenz und Risikomanagement bei der Gewerbeflächenpolitik direkt an Verwaltung und Stadtrat.
Transparenz eingefordert – Antworten verweigert
Breiten Raum nahm die Diskussion über den künftigen Umgang mit der Stadt Werne ein. Hintergrund: Die Stadt ist zuletzt nur knapp an einer Haushaltssperre vorbeigekommen. Statt die Ursachen offen aufzuarbeiten, wird in Teilen der Lokalpolitik der BIN die Mitschuld an der angespannten Finanzlage gegeben, und das mit Verweis auf den erfolgreichen Bürgerentscheid von 2021, bei dem sich mehr als 6.000 Wernerinnen und Werner gegen ein geplantes Gewerbegebiet an der Nordlippestraße ausgesprochen hatten. “Das ist die demokratische Stimme sehr vieler WernerInnen. Wir haben die Bürgerbeteiligung lediglich organisiert,“, so die 2.Vorsitzende der BIN, Dr. Gabriele Angenendt.
Die BIN weist diese Schuldzuweisung entschieden zurück.
Zahlen und Fakten, die die Behauptung der Mitschuld belegen oder widerlegen könnten, wurden nicht genannt. Für den Verein ist das kein Einzelproblem, sondern symptomatisch: „Wenn jemand Transparenz verweigert, kann er keine glaubwürdige Debatte über Stadtfinanzen führen, “ so Wettes Resumé.
In Leserbriefen und Pressemitteilungen des vergangenen Jahres hat die BIN diese Argumentation bereits öffentlich gemacht, wie immer sachlich, mit Zahlen, und mit wachsender Resonanz in der lokalen Öffentlichkeit.
Pressearbeit soll intensiviert werden
Die Mitglieder sprachen sich dafür aus, die Kommunikation nach außen weiter zu stärken. Regelmäßige Pressemitteilungen und Interviews sowie Posts auf den gängigen Social-Media-Kanälen sollen die Position der BIN in der öffentlichen Diskussion sichtbar und die BürgerInnen informiert halten, denn die Debatten um Gewerbeflächenpolitik, Haushaltswirtschaft und Bürgerbeteiligung sind in Werne noch längst nicht vorbei.
Bewährtes Programm für 2026
Für das laufende Jahr hat sich die BIN ein aktives Programm vorgenommen: Kräuterwanderung im Mai, Auftritte beim Blumen- und Spargelmarkt (Maimarkt) sowie beim Bauern- und Handwerkermarkt (Herbstmarkt) im September, zwei Horne-Exkursionen, die jeweils durch die Sparkasse gefördert werden- sowie ein Blühstreifen an der Marga-Spiegel-Schule, der von August bis September geplant ist. Flyer, Blühstreifensamen und eine Liste von Flächen, die sich für Entsiegelung eignen, sollen die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren.
Die BIN bleibt, was sie seit ihrer Gründung ist: eine unbequeme, aber sachliche Stimme für Demokratie und Bürgerbeteiligung, ökologische Vernunft und politische Transparenz in Werne.
